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Heutzutage wird alles kontrolliert. Und was noch nicht kontrolliert wird, wird schon bald reglementiert: Vergnügen, Geburtenkontrolle, Rechte, Diversität …

Doch was macht das mit uns, mit unseren Sinnen und Gefühlen? 

Menschen wollen frei kommunizieren und interagieren, sie wollen aneinander und miteinander wachsen. 

Genau das zeigen uns auch unsere Emotionen: wir erfahren ständig Inspirationen und Stimuli, von außen und von innen. Das sind Botschaften, die uns und unsere Sinne aktivieren.

Wir Menschen brauchen unsere Gefühle zum Leben. Ohne das Erfahren von Freude, Leidenschaft und Verletzbarkeit wäre unser Leben taub und wir wären isoliert. 

Ich beleuchte in diesem Beitrag, woher unsere Gefühle eigentlich kommen und warum sie so wichtig für uns sind.

Dazu gebe ich dir am Ende des Textes 4 wertvolle Übungen an die Hand, wie du deine Gefühle ganz einfach besser erspüren – und sie so auch besser steuern kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen?

Gefühle? Emotionen? Was bedeutet das eigentlich genau und gibt es einen Unterschied? 

Die Definition von Gefühlen und Emotionen sind ein großes Thema vieler Debatten unter Psychologen und Experten. 

Denn es ist nicht leicht, den Unterschied festzustellen – aber wir wollen versuchen, etwas Klarheit zu schaffen.

Emotionen

Sprechen wir zuerst einmal über Emotionen. Laut dem bekannten Autor und Emotionsforscher Paul Ekman gibt es die sechs grundlegenden Emotionen Angst, Wut, Traurigkeit, Freude, Ekel und Überraschung.1

Diese Emotionen treten als automatische Antworten von bestimmten Reizen auf. Sie sind somit erstmal unbewusst. Emotionen aktivieren unsere Gedanken, Einstellungen und Überzeugungen und beeinflussen auf diese Weise, wie wir die Situation wahrnehmen und interpretieren – was letztendlich bestimmt, wie wir handeln.

Gefühle

Gefühle sind die subjektiven Wahrnehmungen unserer Emotionen – das bedeutet, die Art und Weise, wie wir unsere Emotion interpretieren. Gefühle sind somit bewusster und rationaler als Emotionen.

Jeder Mensch interpretiert eine Emotion aufgrund seiner Erfahrungen, Überzeugungen und seiner Persönlichkeit anders und bringt dadurch auch unterschiedliche Gefühle zutage. 

Wir können also festhalten, dass Emotionen unbewusst produziert werden und Gefühle die bewusste Form der Emotionen sind. 

Gefühle haben eine rationalere Komponente. Stelle dir vor, du bekommst eine Zusage für deinen Traumjob. Die Emotion, die das in dir auslösen würde, wäre Freude. Zufriedenheit, Optimismus und Dankbarkeit wären wiederum Gefühle, die aus dieser Emotion entstehen würden.2

Emotionen können wir nicht steuern. Wir können aber lernen, unsere Gefühle rechtzeitig zu spüren und mitzubestimmen, in welcher Intensität wir ihnen Ausdruck verleihen.3

Emotionen
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Warum haben wir Gefühle und Emotionen?

Unsere Gefühle und Emotionen bilden für uns unser ureigenes Radarsystem. Ein neurochemisches System, das entstanden ist, um uns beim Navigieren durch die komplexen Stromschnellen des Lebens zu helfen. 

Wenn unsere Sinne Informationen aufnehmen – zum Beispiel Gefahr, Zuneigung, Abweisung oder Akzeptanz – passen wir uns körperlich an diese Botschaften an.

Unser Herz schlägt schneller oder langsamer, unsere Muskeln spannen oder entspannen sich, unser geistiger Fokus richtet sich auf die Gefahr oder geht auf in der Wärme menschlicher Gesellschaft. 

Aus unseren Emotionen heraus können wir sogar unseren Weg, unsere Motivation erkennen: 

Was bringt uns Freude? Wofür würden wir nachts aus dem Bett springen? Welche Vision von dieser Welt schafft uns ein wohliges Gefühl? 

Emotionen und Gefühle helfen uns dabei, ein aufschlussreiches Bild dessen zu erzeugen, was gerade geschieht – und darauf dann zu reagieren.

Wie uns Emotionen und Gefühle aus unserer Kindheit im Erwachsenenalter beeinflussen können

Bereits bei Neugeborenen und Kindern wirken Emotionen wie der innere Kompass. Sie können Gefahr, genauso wie Zuneigung, erkennen und darauf (auf gewisse Art und Weise) reagieren. 

Die äußere Welt stimuliert uns und unsere Sinne von klein an mit Input.

Wie erfolgte die Bedürfnisbefriedigung als Kind?

Für unser Verhalten im Erwachsenenalter ist entscheidend, wie unsere Bedürfnisbefriedigung als Kind erfolgte. 

Haben wir die Welt kennenlernen dürfen als einen sicheren Ort? Oder mussten wir bereits im frühen Kindesalter erlernen, dass überall Gefahr droht und Gefühle nicht geäußert werden dürfen?

In Familien, in denen nicht über Gefühle gesprochen wird, erlernen Kinder die emotionale Sprache nicht und müssen das dann später mühevoll nachholen – soweit möglich. 

Frühe Kindheitserlebnisse prägen immer auch unsere Gefühle im Erwachsenenalter. Wenn uns ein bestimmter Input triggert, kann es sein, dass wir in die Luft gehen. 

Doch das muss uns nicht passieren: denn zwischen Reiz und Reaktion gibt es immer einen Raum.

Gehirn Reiz Reaktion
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Das Reiz-Reaktionsmodell von Viktor Frankl

Kennst du Viktor Frankl (1905 – 1997)? Er war der österreichische Neurologe und Psychiater, der die Logotherapie und Existenzanalyse begründete, die vielfach auch als die „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ bezeichnet wird.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

Viktor Frankl

Bekannt wurde Frankl durch sein Buch „… trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“, in welchem er sich mit seinen grausamen Erlebnissen dort auseinandersetzt.

Er berichtet, wie den KZ-Häftlingen nicht nur ihr privates Hab und Gut, sondern auch ihre Hoffnung und ihre Würde genommen wurden.

Als einzige Freiheit blieb ihnen nur noch die innere Haltung und ihre persönliche Entscheidungsfreiheit der Reaktion.

Natürlich können wir die furchtbaren Erlebnisse von Frankl und all den anderen Häftlingen nicht mit unserer heutigen Zeit vergleichen, zumindest nicht in Deutschland. 

Doch auch heute gibt es vielfältige Reize, die ständig eine Reaktion von uns fordern. 

Wir können an einem Reiz nichts ändern. 

Doch wir können selbst entscheiden, in welcher Intensität wir darauf reagieren. 

Und das kannst du sogar in deinem Alltag trainieren.

Gehirntraining - Psychologische Sicherheit
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4 einfache Übungen, dich deiner Emotionen und Gefühle bewusster zu machen

Wenn du deine Emotionen spürst und verstehst, kannst du auch deine Gefühle verstehen und lenken. 

Gefühle zu unterdrücken oder zu leugnen, macht keinen Sinn. Denn wie am Anfang dieses Textes erklärt, dienen sie dazu, uns durchs Leben zu lenken.

Doch wenn du zum Beispiel in bestimmten Situationen regelmäßig explodierst, dann kannst du diese Reaktion mit etwas Training abschwächen und dadurch vielleicht einige Unstimmigkeiten oder Streitereien vermeiden.

1. Übung: Trigger aufschreiben und bewusst machen

Nimm dir für die erste Übung einfach einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand. Schreibe auf, in welchen Situationen du immer explodierst. Gibt es Ähnlichkeiten? Gibt es bestimmte Trigger, die deinen Gefühlsausbruch auslösen? 

Wenn du diese für dich identifiziert hast, ist der erste Schritt getan: Du machst sie dir bewusst. 

Dadurch wird es dir möglich, schon jetzt für dich zu definieren: „Wenn ich dieses Ereignis kommen sehe oder dieses Gefühl wahrnehmen, dann mache ich eine Pause, zum Beispiel 3 tiefe Atemzüge oder bewusst den Platz wechseln.“

Somit gibst du dem Reiz die Möglichkeit, nach der Fahrt auf der Schnellstraße zur Amygdala (Wächterin des Gehirns) auch bis zu deinem Neokortex vorzudringen, so dass eine bewusstere, kognitive Analyse möglich wird.

2. Übung: im Körper spüren, was gerade ist (Mindfulness)

Für die zweite Übung schließt du deine Augen oder lässt sie entspannt auf den Boden blicken. Versuche, in deinen Körper zu spüren, um dir deiner Gefühle bewusster zu werden. Was ist gerade? Was fühlst du? Wo spürst du das? 

Und dann stelle dir mal die Fragen: 

  • Was fühle ich?
  • Was brauche ich?
  • Was kann ich jetzt tun?

3. Übung: das Gefühlsrad nutzen

Um dir mit der dritten Übung deiner Emotionen und Gefühle bewusster zu werden, kannst du dich auch eines Hilfsmittels bedienen: das Gefühlsrad, welches du in meinem Beitrag „Gefühle wahrnehmen und ausdrücken“ findest.

4. Übung: Journaling

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Schreiben mit der Hand uns Klarheit verschafft. Es regt unsere Kreativität an und hilft uns, die Gedanken zu sortieren.4

Wenn dir das Schreiben mit der Hand besonderen Spaß macht, eignet sich die vierte Übung für dich: nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand.

Wenn du magst, stelle dir klassische Musik im Hintergrund an.

Und dann schreibe einfach darauf los.

10 Minuten lang (du kannst dir einen Timer stellen), ohne den Stift abzusetzen. Schreibe einfach auf, was dir im Kopf vorgeht.

Achte nicht auf richtigen Satzbau oder korrekte Grammatik.

Es geht nur darum, deine Gedanken durch den Stift auf das Papier fließen zu lassen, um dir deiner Gefühle bewusster zu werden.

Emotionale Intelligenz
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Fazit: die emotionale Intelligenz und ihre Bedeutung für unsere Welt

Wenn du deine eigenen Emotionen und Gefühle kennst und deuten kannst, so kannst du auch die Gefühle und Bedürfnisse anderer deuten und wertvolle Beziehungen aufbauen. 

Denn was benötigt der Mensch als soziales Wesen mehr als ein wertschätzendes Miteinander?

Auch Organisationen und Unternehmen können nur mit der Fähigkeit der emotionalen Intelligenz erfolgreich sein.

Generell geht es heute vor allem darum, uns unserer eigenen und der Einstellungen, Emotionen und Handlungsweisen unserer Mitmenschen bewusst zu werden, sie zu verstehen und intelligent mit ihnen umzugehen.

Denn nur so werden wir langfristig über- und miteinander -leben können.

Wenn du mehr zum Thema der emotionalen Intelligenz erfahren möchtest, dann buche dir hier gerne ein kostenfreies Erstgespräch bei mir.

Quellen – Internetadressen:

  • dieter-jenz.de/lc/zwischen-reiz-und-reaktion-liegt-ein-raum-frankl/
  • 1 paulekman.com/wp-content/uploads/2013/07/Basic-Emotions.pdf
  • 2 ifeelonline.com/en/ifeel-therapies/do-you-know-the-difference-between-feelings-and-emotions/
  • 3 counseling.online.wfu.edu/blog/difference-feelings-emotions/
  • 4 forschung-und-lehre.de/forschung/warum-wir-wieder-mehr-mit-der-hand-schreiben-sollten-2504

Quellen – Bücher:

  • David, S. (2020). Emotionale Beweglichkeit. Für freie Entfaltung mit klarem Blick und offenem Geist. Unimedica im Narayana Verlag.
  • Frankl, V. E. (1998). … trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. dtv.

1990 wurde dieser Begriff von Salovey und Mayer das erste Mal geprägt. In der Physik liegen die ersten Forschungen bereits über 400 Jahre zurück. Mit der Neurowissenschaft beschäftigen sich die Wissenschaftler erst um die 50 Jahre. So macht es der Titel „Emotionale Intelligenz – Eine Definition“ etwas herausfordernd, da hier erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit geforscht wird. Und doch geben uns die Forschungsergebnisse bereits kraftvolle Erkenntnisse für unsere komplexe BANI Welt.

In dieser Welt stellt Emotionale Intelligenz eine Schlüsselfähigkeit dar. Pandemie, Klimakatastrophen, allgemeine Unsicherheiten: Wir befinden uns im Zeitalter des Chaos. BANI steht für brittle (brüchig), anxious (ängstlich, besorgt), non-linear (nicht-linear) und incomprehensible (unbegreiflich). Um so wichtiger wird es, die Definition für Emotionale Intelligenz näher zu beleuchten.

Überall ist Wandel

Unsere gesamte Welt befindet sich im Wandel. Klimawandel, politischer Wandel, Wirtschaftswandel, Arbeitswelt im Wandel. Alles verändert sich sekündlich in einer Vielfalt und Komplexität, die noch nie da gewesen ist. Wir können uns das vorstellen, wie die Wellen vor Bali’s Küste. Das Meer ist in ständiger Bewegung mit starker Strömung. Die Wellen zeitweise unberechenbar und wir versuchen auf der Welle des Lebens zu surfen. Aber manchmal haben wir das Gefühl, die Macht und Vielfalt dieser Wellen könnten uns den Boden unter unseren Füßen wegreißen. Wir sind in ständiger Alarmbereitschaft. Statt zu agieren, reagieren wir nur noch. Wir versuchen alle Dinge gleichzeitig zu bewältigen, versuchen allen Anforderungen und Terminen gerecht zu werden und realisieren nicht, dass unser Körper und Geist nur noch auf Autopilot laufen.

In den Gestaltungsraum kommen

Wir brauchen eine Auseinandersetzung mit der Definition für Emotionale Intelligenz. Denn was wir wollen, ist AUF der Welle schwimmen. Wir wollen die Welle nehmen und in die Richtung unseres Ziels steuern. Dafür brauchen wir Kraft und innere Stärke. Wir brauchen die Erkenntnis über unsere ganz eigenen Ressourcen und wie wir diese in dieser Welt einbringen wollen. Dafür benötigen wir ein Bild unserer persönlichen Vision. In der Firmenwelt ist es üblich, sich zu fragen „Wofür machen wir was?“ gefolgt von „Was machen wir?“. Das ist aber nicht nur für Organisationen entscheidend. Für jeden einzelnen Menschen ist es in stürmischen Zeiten wie ein Anker die eigene Vision – das WOFÜR – und die eigenen Ziele zu kennen. Und für all das brauchen wir Eigenschaften wie Kreativität, starke Überzeugungskraft, ausgeprägte soziale Kompetenzen, Resilienz und die Ruhe, um laufend Neues zu Erlernen – kurz gesagt, wir brauchen Emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz - Eine Definition mit Hilfe der einzelnen Bausteine
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Die Bausteine Emotionaler Intelligenz zur Definition

1995 erschien Daniel Golemann’s Bestseller „EQ Emotionale Intelligenz“. In diesem Buch beschreibt er, dass nicht nur unsere rationale Intelligenz, der sogenannte „kühle Kopf“, sondern auch unsere emotionalen Fähigkeiten für ein erfolgreiches Leben ausschlaggebend sind. Dabei stellt der emotionale Quotient (EQ) eine komplexe Komposition dar. Zur Erforschung dieses Begriffes bedient sich Daniel Golemann verschiedener Forschungsansätze, so auch aus der Hirnforschung und der Kognitionswissenschaft. Und so erhalten wir eine umfangreiche Definition Emotionaler Intelligenz. Diese besteht nach Daniel Golemann aus 5 einzelnen Bereichen:

1. Emotionale Selbstwahrnehmung

Hier geht es darum, die eigenen Gefühle und Emotionen zu erkennen. Unserer Gefühlswelt ist so vielfältig. Auch dieses Gefühlsrad kann diese Vielfalt nur vereinfacht wiedergeben. Wir dürfen uns laufend bewusst machen, was gerade in uns ist, was wir gerade brauchen. Fühlen wir uns hungrig? Ist uns kalt? Sind wir müde und erschöpft? Oder freudig erregt? Was ist hier? Das zu erkennen, ist der erste Schritt zur Selbstwahrnehmung. Am besten gelingt uns das mit dem zur Ruhe kommen. Die Kunst liegt hier im Nichts-tun und in der Stille unserer Gedanken. Das wird auch in den Bereichen Achtsamkeit, Resilienz und Meditation behandelt. Wir dürfen in eine ständige Übung gehen, unsere Gedanken zu beruhigen.

2. Emotionale Selbstregulierung

Das Erkennen und Wahrnehmen unserer Gefühle hilft uns zu verstehen, was jetzt ist. Ein Reiz hat uns ereilt. Zum Beispiel ist ein gewünschtes Ereignis ist nicht eingetreten. Wir bemerken ein Gefühl. Wir nehmen es bewusst wahr. Zum Beispiel könnten wir enttäuscht sein. Jetzt können wir natürlich automatisch reagieren. Wir könnten wütend sein, weinen oder stampfen. Wir können uns aber auch darüber bewusst werden, dass wir die Macht darüber haben, wie wir handeln möchten. Es geht in diesem Baustein zur Definition der Emotionalen Intelligenz um die Fähigkeit, mit herausfordernden Ereignissen oder negativen Emotionen umzugehen. Wenn wir unsere Handlungen bewusst bestimmen, können wir unser Befinden beeinflussen. Somit können wir uns stärker auf das Positive ausrichten. Wir können uns auf unsere Wünsche und Ziele fokussieren. Der Top Tipp: 3-mal tief und bewusst durchatmen wenn wir die Gefühle wahrnehmen, bevor wir handeln.

3. Motivation

Für die Definition Emotionaler Intelligenz ist es ebenfalls wichtig, wie sehr wir uns selbst motivieren können. Wofür stehen wir morgens auf? Was macht uns glücklich? Was ist unsere persönliche Lebensvision? Es gibt uns enorme Kraft wenn wir uns dafür einsetzen, was uns wichtig ist. Das macht uns widerstandsfähig gegenüber den äußeren Umständen. Motivation lässt sich an drei Punkten ausmachen: Ausrichten – Ausmalen – Ausharren bis das Ziel erreicht ist. Denn wer nicht Schwimmen kann, sollte auch nicht surfen.

4. Empathie

Eine Eigenschaft von Empathie ist, zu wissen, wie sich jemand fühlt. Das nachempfinden zu können, was jemand gerade durchmacht und im Anschluß einfühlsam auf den Menschen einzugehen. Empathische Menschen verstehen die Gefühle andere. Sie können die Gedankengänge ihres Gegenübers nachvollziehen. Sie sind in der Lage, liebevoll darauf einzugehen. Am besten lässt sich Empathie durch aktives und mitfühlendes Zuhören ausdrücken. Denn nur wer wirklich zuhört, kann seine Mitmenschen auch wirklich verstehen. So kann man auf die Bedürfnisse anderer eingehen.

5. Soziale Intelligenz

Im letzten Punkt zur Definition für Emotionale Intelligenz geht es um die Fähigkeit, nachhaltige, glückliche private und berufliche Beziehungen aufzubauen. Diese Beziehungen möchten wir langfristig erhalten und pflegen. Nur wenn wir jedoch uns selbst wahrnehmen und kontrollieren können, ist es uns möglich, unsere Mitmenschen zu verstehen. Und so können wir umgekehrt dann auch die eigenen Bedürfnisse einfühlsam äußern. Hier entstehen im optimalen Falle immer wieder Win-Win-Situationen. So fühlen sich beide Seiten bereichert von einer partnerschaftlichen Beziehung.

Emotionale Intelligenz: Die Definition etwas kürzer gefasst

„Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle und Emotionen zu erkennen, zwischen ihnen zu unterscheiden und diese Informationen zu nutzen, um das eigene Denken und Handeln zu leiten.“

Salovey und Mayer, 1990

Viele Untersuchungen zeigen, dass Emotionale Intelligenz in unserer heutigen Zeit eine notwendige Ressource für unseren (Arbeits)Alltag ist. Nicht nur können wir durch unsere geübte Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion unsere Motive, Werte, Gefühle und Reaktionen erkennen. Wir beschäftigen uns auch mit unseren Zielen und unseren Träumen.

Was treibt uns wirklich an? Nur wenn wir uns selbst motivieren können, so können wir auch andere motivieren. Dies ist die Grundlage einer guten Führungspersönlichkeit. Gepaart mit ausgeprägter Empathie und sozialen Kompetenzen sind dieses wichtige Fähigkeiten in Zeiten des Wandels. In der heutigen Zeit ist dies aber nicht nur eine Anforderung an Führungskräfte. Diese Kompetenzen brauchen wir alle.

Wenn du deine Emotionale Intelligenz weiter ausbauen möchtest, besuche doch mein ganzheitliches Coaching Programm FUTURE READY.

Brauchen wir mehr Emotionale Intelligenz oder ist es mehr Geld? Ist es mehr Ruhe? Noch mehr neue Erfindungen? Was ist es? Der Gründer von Google Search Insight Yourself, Chade-Meng Tan, hat den Traum vom Weltfrieden. Dieser kann mit Sicherheit einiges vereinfachen. Wo fängt dieser Frieden an? Mahatma Gandhi hatte geschrieben:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“

Mahatma Gandhi

Wie kann das geschehen? Bei all meinen Forschungen bin ich auf das Thema „Emotionale Intelligenz“ gestoßen. Es lässt sich vieles darunter zusammenfassen. Es ist ein komplexes Thema. Aber auch unsere heutige Welt ist komplex. VUCA-Welt wird sie oft genannt. Das bedeutet V:olatile (volatil), U:ncertain (unsicher), C:omplex (komplex) und A:mbiguous (mehrdeutig). Aber nein, gingen wir eben noch davon aus, dass unsere Welt nur unsicher und komplex ist, stellen wir jetzt fest, dass Chaos unsere Welt prägt. Denn jetzt leben wir bereits in der BANI-Welt. Das bedeutet B:rittle (brüchig), A:nxious (ängstlich, besorgt), N:onlinear (nicht-linear) und I:ncomprehensible (unbegreiflich).

Wie kann man sich da auf den Weltfrieden konzentrieren? Ist dieser dann überhaupt noch erstrebenswert? Oder ist er nicht gerade deshalb erstrebenswert? Wir alle leben auf dieser Erde und es geht uns alle etwas an. Die Natur reagiert mit Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Überschwemmungen. Die Meere sind überschwemmt von Müll und der Ölteppich in Kalifornien wird zur Randnotiz. Wenn eine globale Pandemie alles außer Kraft setzt. – Worauf können wir uns dann noch verlassen?

Selbstwahrnehmung und soziale Kompetenzen

Auf uns selbst können wir uns verlassen. Mit innerer Stärke, Bewusstsein und unserer ganz eigenen Motivation. Wir selbst können uns ein stabiles Fundament errichten. Wir selbst können uns nähren und uns voll Mitgefühl begegnen. Auch wenn wir das nicht bewusst gelernt haben, so ist es doch in jeder Sekunde eine bewusste Entscheidung, dass wir es erlernen wollen. Und so kann die Veränderung von uns heraus beginnen.

Aber was wären wir alleine auf dieser Welt? Ist es doch bereits wissenschaftlich erwiesen, dass ein Baby ohne Berührung emotional verkümmert. Ist es doch erwiesen, dass uns unser Zusammenleben formt. Bereits im Kindesalter lernen wir durch Imitation unserer Bezugspersonen. Und dass soziale Isolation krank macht und zu Depression, Ängstlichkeit, Schlafstörung, Stress und Wut führen kann, auch das lehrt uns die Wissenschaft.

Nach all den Erforschungen steht fest: Die Welt braucht mehr Emotionale Intelligenz. Eine Meta-Fähigkeit, die wir weiter ausbauen können. Dazu mehr in meinem nächsten Artikel und natürlich auch in meinem ganzheitlichen Coaching Programm FUTURE READY.

Quelle Bild: https://pixabay.com/de/illustrations/erde-netzwerk-block-kette-globus-3537401/